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Aus der MorgenWelt vom 21. Juni 1998:
Infektion als Auslöser des Tourette-Syndroms?
(MWn) --- Eine bakterielle Infektion soll Auslöser des Tourette-Syndroms sein, einer ungewöhnliche Gehirn-Erkrankung, die zu nervösen Zuckungen und unkontrolliertem Schreien der Betroffenen führt. Streptokokken-Bakterien lösen im Verlauf der Erkrankung offenbar eine Überproduktion von Antikörpern aus, die Nervenzellen im Gehirn angreifen. Dies berichten amerikanische Neurologen in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science".
Die Antikörper entstehen in dem Teil des Hinterhirns, der die Bewegungen koordiniert. Blutproben von 41 Tourette-Patienten zeigten eine erheblich größere Zahl von Antikörpern als Proben einer gesunden Vergleichsgruppe. Die Neurologen vermuten, daß eine Veranlagung zur Krankheit genetisch bedingt ist. So soll das seltene Syndrom beispielsweise in Familien mit eineiigen Zwillingen verstärkt auftreten. Fünf von zehntausend Menschen leiden unter dem Tourette-Syndrom.
© 1998 MorgenWelt








