Susanne Großnick




















Angaben zu den Fotos
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Bildname |
Wo entstanden |
Material |
Beschreibung |
1 |
Malen_01 |
Hanseklinikum Stralsund |
Softpastell |
Leuchtturm am Meer |
2 |
Malen_02 |
Hanseklinikum Stralsund |
Buntstift |
Portrait eines Uhus |
3 |
Malen_03 |
Hanseklinikum Stralsund |
Öl auf Keilrahmen |
Schilfhaus im Sturm |
4 |
Malen_04 |
Hanseklinikum Stralsund |
Öl auf Keilrahmen |
Sonnenuntergang am Meer |
5 |
Malen_05 |
Hanseklinikum Stralsund |
Öl auf Karton |
Sanddorn- und Hagebutte |
6 |
Malen_06 |
Hanseklinikum Stralsund |
Öl auf Keilrahmen |
Wellenbrecher |
7 |
Malen_07 |
Odebrechtstiftsklinik Greifswald |
Softpastell |
Morgenstimmung am See |
8 |
Malen_08 |
Zu Hause |
Buntstift |
Silbermöwe |
9 |
Speckstein_01 |
Odebrechtstiftsklinik Greifswald |
Speckstein |
Handyablage mit Uhr |
10 |
Speckstein_02 |
Odebrechtstiftsklinik Greifswald |
Speckstein |
Das dickköpfige Pferd |
11 |
Speckstein_03 |
Odebrechtstiftsklinik Greifswald |
Speckstein |
Windlicht |
12 |
Speckstein_04 |
Odebrechtstiftsklinik Greifswald |
Speckstein |
Die sitzende Echse |
13 |
Speckstein_05 |
Uniklinik Hamburg |
Speckstein |
Der Finkenvogel |
14 |
Speckstein_06 |
Uniklinik Hamburg |
Speckstein |
Der Fuß |
15 |
Speckstein_07 |
Hanseklinikum Stralsund |
Speckstein |
Das elegante Pferd |
16 |
Speckstein_08 |
Zu Hause |
Speckstein |
Das fressende Pferd |
17 |
Speckstein_09 |
Hanseklinikum Stralsund |
Speckstein |
Der lustige Rabe |
18 |
Speckstein_10 |
Uniklinik Hamburg |
Speckstein |
Die Kegelrobbe |
19 |
Speckstein_11 |
Hanseklinikum Stralsund |
Speckstein |
Das Segelschiff |
20 |
Speckstein_12 |
Hanseklinikum Stralsund |
Speckstein |
Der Tanzbär |
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Zu meiner Person
Ich heiße Susanne Großnick, bin jetzt 36 Jahre jung und wohne auf der wunderschönen Insel Rügen. Ich bin Mutter einer gesunden, hübschen Tochter und gestalte unseren Alltag größtenteils allein.
Seit dem Vorschulalter lebe ich mit dem TS unter einer Decke. Es ist ein Teil von mir, wie auch der Rest meines Körpers irgendwie zu mir gehört. Als ich Kind war, ging es mir mit dem TS nicht gut. Heftige Tics durchzogen meinen Körper pausenlos. Als wenn ich täglich Marathon gelaufen wäre, so fiel ich abends völlig erschöpft ins Bett. Leider konnte man damals im Osten keine Beschreibung für meine komischen Tics finden. Man bezeichnete sie als Marotten. Ganze 17 Jahre sollte es dauern, bis das Kind endlich einen Namen bekam. Unzählige Klinikaufenthalte hatte ich als Kind aushalten müssen, getrennt von Heim und Familie, untergebracht in maroden nachkriegszeitlichen Gemäuern, voll gestopft mit Tabletten, ausgemergelt von den Nebenwirkungen, erschöpft von fragwürdigen Untersuchungsmethoden. Diese verlorene Zeit kann mir niemand zurückgeben. Es fällt mir heute schwer, damit abzuschließen.
Gefangen in einer Welt, die ein Außenstehender nicht begreifen kann, lebte ich als Kind in meiner eigenen Welt, ich hatte meine eigenen Freunde, es waren meine Tiere. Nur sie blieben mir treu und haben mich nicht gehänselt, denen war es egal ob ich sie anschrie, denen war es egal, dass ich so komische Bewegungen machte. Meine Träume waren nur für mich bestimmt, ich erlebte meine Umwelt mit meiner eigenen Phantasie und hatte genügend Zeit, meine geliebte Natur bis ins Detail zu studieren. Sie war mir immer Freund und Fluchtort zugleich, konnte ich doch hier meine Tics ungestört ausleben, damit die Anspannung in mir einen unteren Level erreichte. Viel Überwindung hatte es mich jedes Mal gekostet, das elterliche Heim zu betreten. Hier wurden die Tics extrem stark, weil ich mich ja hier zusammenreißen sollte. Ich kann es meinen Eltern nicht verübeln, wenn sie mich dazu ständig ermahnten, hatten sie doch genau so wenig Erfahrung mit dem TS wie alle anderen Menschen auch, die mich kannten. Ich bin sehr traurig darüber, dass meine Eltern damals so leiden mussten. Sie hatten ein zappelndes, schreiendes Ding. Es war doch ihr erstes gemeinsames Wunschkind. Es entwickelte sich zum Terrorfaktor im eigenen Haus. Ich danke hiermit meinen Eltern, dass sie immer zu mir standen und alle Höhen und Tiefen mit mir gemeinsam durchgestanden haben.
In der Schule war es auch nicht besser, teilweise musste ich meinen Unterricht vor dem Klassenraum verbringen, permanente Hänseleien waren an der Tagesordnung. Während meiner Lehrausbildung hatte ich sogar einen ganzen Speisesaal für mich allein, um meine Tätigkeiten zu verrichten. Man wollte mich ständig nur loswerden, da ich ein schlechtes Bild auf die Kunden des Verwaltungsbetriebes geworfen habe. Als ich dann erwachsen wurde, wurden meine Tics weniger. Die akustischen Tics verloren sich ganz. Nur in extremen Stresssituationen kommen sie zum Vorschein. Mein Weg in die Eigenständigkeit war mit vielen Stolpersteinen versehen. 1992 habe ich dann meinen Führerschein gemacht, was ich als einen Wendepunkt in meinem Leben betrachte. Das war fast zeitgleich mit meiner Diagnoseerstellung TS. Endlich habe ich anderen Menschen beweisen können, dass ich das TS kontrollieren kann. Dass ich abwägen kann, wenn es gefährlich wird. 1993 wurde ich Mutter, ein weiterer Meilenstein. Sie ist Gesund und Tourette hat einen großen Bogen um sie gemacht. Niemand konnte mir damals sagen, ob sie es auch bekommt. Man hatte mir sogar davon abgeraten ein Kind zu bekommen. Und ich habe es doch bekommen, und ich bin eine stolze Mutter. Ich habe durch Tourette viel lernen können. So habe ich eine überdurchschnittliche Reaktionsfähigkeit und eine perfektionistische Feinmotorik. Diese war mir somit auch behilflich bei der Gestaltung meiner kleinen Kunstwerke. Jahrelanges Selbststudium in Wald und Flur diente mir als visuelle Vorlage. Auch heutzutage bin ich eng verbunden mit der Natur. Fotografisch halte ich sie im Bilde fest und betreibe eine kleine Webseite mit meinen schönsten Fotos. Man kann sie besuchen unter www.ruegen-in-bildern.de . Die Kunstwerke sind hauptsächlich in Ergotherapien während Klinikaufenthalten seit 2003 entstanden. Psychische Belastungssituationen in den letzten Jahren machten diese erforderlich. Heutzutage lebe ich immer noch mit Tourette. Es gehört zu mir und wird mich nicht verlassen, es hat seine Kraft verloren, aber es kämpft unaufhörlich um seine Daseinsberechtigung. Freunde sagten zu mir – „Wenn du das nicht hättest, dann wüsste man nicht, dass du da bist, dann wärest du nur halb so interessant, dann könnte man nicht spüren, welch Energie in dir steckt. Und somit bist du ein einzigartiger Mensch.“ - Worte an die ich immer glaube. Worte für alle Betroffenen, die alle einzigartig sind!!!........
Susanne Großnick








