Kopfleuchten

Ein Film von Mischka Popp und Thomas Bergmann

Dori und Christian
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"Ein außerordentlich ergreifender und wichtiger Film."
(Prof. Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Frankfurt)

Der Film hat den Adolf Grimme Preis 2000 mehrfach erhalten.

Inhalt
Protagonisten
Filmemacher

Presse
Literatur
Veranstaltungsorte- und Zeiten

Inhalt

Das menschliche Hirn, sagen die Neurologen, ist die komplizierteste Struktur im gesamten Universum. Je mehr wir darüber wissen, desto größer werden die Rätsel.

Unser Film ist eine Reise. Durch Köpfe. Er handelt von Menschen mit Krankheiten und Verletzungen des Gehirns. Sie erleben die Welt anders. Im Kopf. Also auch in der Wirklichkeit.

Geschichten

Vom Mann, dessen Gedächtnis in Stücke brach. Von der Frau, die keine Worte findet. Vom Mann, der eine Streichholzschachtel für einen Flaschenkühler hält. Von Menschen, deren Hirn den Schluckauf hat. Die Fahrpläne im Kopf haben und das Wetter. Die Farben wahrnehmen wie Musik. Von der Frau, die sich fühlt wie eine kubistische Skulptur. Und von Männern, die ihre eigene Welt erschaffen. Mit Kopfgeistern, die lachen.

Wir wollten keine "kalte" Sammlung von Fällen, kein Kabinett der Abstrusitäten. Der Film selbst soll eine Reise sein, eine Expedition in ein Gebiet, von dem Doris Lessing sagt: "Es macht uns bewußt, daß wir auf Messers Schneide leben."

Wir berichten von denen, die diese "Balance auf Messers Schneide" verloren haben und in unglaubliche Abgründe gefallen sind. Es ist nicht nur traurig da. Es gibt auch helle Komik darin und schwarze Groteske. Und Wunder.

"Ein Gespräch über Krankheiten ist eine Art Erzählung aus Tausendundeiner Nacht", schreibt der Arzt William Osler. Genauso ist es uns während der Dreharbeiten ergangen. Sie hat uns erstaunt, verwirrt, erschreckt und beglückt. Und wir haben jetzt eine winzige Ahnung davon, was das ist: das Kopfleuchten.

Die Protagonisten

zum Tourette Syndrom...

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Berthold: "Ich komme auf ca. 37 Tics insgesamt, Tics und Zwänge, die in einem wüten."

Christian: "...eigentlich kommt die Ruhe zu mir, wenn sie will und nicht, wenn ich will. Das ist eigentlich ziemlich schrecklich."

weitere...

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wpeA.jpg (7676 Byte)  Weitere Bilder hier...

Der Spezialist

"Die moderne Hirnforschung ist dabei, in die innersten Sphären des Menschseins vorzudringen. Das Fortschreiten auf diesem Weg bewirkt tiefgreifende Veränderungen unseres Menschenbildes, folgenreichere vielleicht als die kopernikanische Wende und die Darwinsche Evolutionstheorie. Denn diesmal werden nicht mehr nur unser Ort und unsere biologische Bedingtheit hinterfragt, sondern die Begründung unserer Selbstwahrnehmung als freie geistige Wesen.

Wo also stehen wir im Augenblick mit unseren Bemühungen? Ich will mich darauf beschränken, Ihnen das verwirrendste der Probleme vorzustellen, die uns derzeit umtreiben. Entgegen der Vermutung Descartes, daß es irgendwo im Gehirn ein singuläres Zentrum geben müsse, in dem alle Informationen zusammenkommen und einer einheitlichen Interpretation zugeführt werden - einen Ort an der Spitze der Verarbeitungspyramide, wo das innere Auge die Welt und sich selbst betrachtet - entgegen dieser Annahme erbrachte die Hirnforschung den Beweis, daß ein solches Zentrum nicht existiert.

Uns stellt sich heute das Gehirn als extrem distributiv organisiertes System dar, in dem zahllose Teilaspekte der einlaufenden Signale parzelliert und parallel abgearbeitet werden. Zwar stehen alle Zentren miteinander über mächtige und reziproke Bahnverbindungen in intensiver Wechselwirkung, aber es ist völlig unklar, wie ein derartig parallel organisiertes System dazu kommt, das Bild einer kohärenten Wahrnehmungswelt zu entwerfen und sich insgesamt zielgerichtet zu verhalten.

Ja, es ist noch nicht einmal klar, wie in diesen distributiven Architekturen unseres Gehirns einzelne Inhalte repräsentiert werden können. Wahrnehmungsobjekte, Worte, präzise Erinnerungen oder erlernte motorische Programme. Wir bezeichnen dieses faszinierende Rätsel als das Bindungsproblem und wissen, daß wir ohne seine Lösung keine geschlossene Hirntheorie formulieren können."

Prof. Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Frankfurt

 

Presse

Internationale Hofer Filmtage

(Auszüge)

"Überraschend stark ..."
(Abendzeitung München, 3.11.98)

"... beeindruckte hier vor allem "Kopfleuchten" ..."
(Stuttgartern Zeitung, 3.11.98)

"Für diese beiden Filme ("Kopfleuchten" und "Die Blume der Hausfrau") war das Festival ein Testscreening, und sie haben es mit Bravour und vollen Häusern bestanden."
(epd Film Nr. 12/98)

 

Der Film "Kopfleuchten" lief in den Kinos der Städte:

Berlin, Frankfurt/Main, München, Nürnberg, Hamburg, Rottenburg, Trier, Oldenburg, Ulm, Esslingen, Hannover, Köln, Aachen, Lich, Wuppertal, Regensburg, Freiburg, Münster, Passau, Dortmund, Bremen

Am 2. November 1999 um 22:25 Uhr lief der der 90-min Dokumentarfilm "Kopfleuchten"
im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) am Samstag, 29. April 2000 um 23:15 Uhr auf Phoenix 

Sonntag, 28. Mai 2000 um 21:15 Uhr auf 3sat und
anschließend (3sat) um 22:45 Uhr: Gespräch mit den Autoren

am 8. September 2000 um 22:20 Uhr auf arte

und zu diversen anderen Terminen.

Die Filmemacher

Mischka Popp, geboren 1944.

Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater, Hannover, In den 60er Jahren Arbeit an verschiedenen Theatern der BRD und der Schweiz. Seit 1970 Arbeit für Rundfunk- und Fernsehanstalten. Mischka Popp hat 1983 die Firma Pilotfilm gegründet.

Popp und BergmannThomas Bergmann, geboren 1943.

Studium der Ethnologie, seit den 60er Jahren literarische und journalistische Arbeiten für Rundfunk und Fernsehen.

Mischka Popp und Thomas Bergmann leben als Autoren und Filmemacher in Frankfurt am Main.

Filmographie

Zahlreiche preisgekrönte Dokumentarfilme, u.a.:

Vom Flachlegen und Aufstehen. Adolf-Grimme-Preis, 1987

Die Potemkinsche Stadt. Bronze Award, International Filmfestival Houston; Erster Preis der Internationalen Filmtage Ökomedia; Förderpreis der Stadt Freiburg, 1988.

Meine Schuhe halten ewig. Goldmedaille, Medikinale Parma, 1991

Giftzwerge. Hessischer Filmpreis, 1991

Herzfeuer. Premiere-Preis für den besten Dokumentarfilm, 1994

Körper. Bronze Medal beim Prix Leonardo, 1995 und Silver Award beim Charleston International Filmfestival

Murks. 1995

Schotten dicht. 1996

Jonny der Heizer. 1997

Kopfleuchten. Hessischer Kulturfilmpreis 1998, Adolf Grimme Preis 2000

 

Die Literatur

Daniil Charms:

"Ein Mensch mit einem Arm ist kein Zimmer mit einem Fenster."

Kasimir Malewitsch:

"Der menschliche Schädel stellt die Unendlichkeit für die Bewegung der Vorstellungen dar. Er gleicht der Unendlichkeit des Weltalls, kennt wie sie keine Decke, keinen Boden und bietet Raum für einen Projektionsapparat, der leuchtende Punkte als Sterne im Raum erscheinen läßt.

Wie groß das Vorgestellte sein mag, es findet Platz im Schädel genau wie im Weltall, obwohl der Raum des Schädels von einer knöchernden Wand umschlossen ist.

Was bedeutet dann aber Raum, Größe, Gewicht, wenn alles zusammen in so einem kleinen Behälter Platz findet ..."

Günter Eich:

"Ich bemerkte, daß Erinnerung eine Form von Vergessen ist."

Peter Bichsel:

(Kindergeschichten): "Weshalb heißt das Bett nicht Bild", dachte der Mann und lächelte. Dann lachte er, lachte, bis die Nachbarn an die Wand klopften und "Ruhe" riefen. "Jetzt ändert es sich", rief er, und er sagte von nun an dem Bett "Bild".

Jorge Luis Borges:

(Das unerbittliche Gedächtnis): "Tatsächlich erinnerte sich Funes nicht nur an jedes Blatt jedes Baumes in jedem Wald, sondern auch an jedes einzelne Mal, da er es gesehen oder sich vorgestellt hatte. Er sagte mir: "Ich allein habe mehr Erinnerungen, als alle Menschen zusammen je gehabt haben, solange die Welt besteht." Und weiter: "Meine Träume sind wie Euer Wachen." Und schließlich, gegen Morgengrauen: "Mein Gedächtnis, Herr, ist wie eine Abfalltonne."

Lewis Carroll:

(Alice hinter den Spiegeln): "Die Zeit ist reif", das Walroß sprach, "Von mancherlei zu reden ...

Warum das Meer kocht, und ob wohl die Scheine manchmal schweben."

Oliver Sacks:

(Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte):

"Klassische Sagen und Legenden sind von archetypischen Figuren, von Helden, Opfern, Märtyrern und Kriegern bevölkert. Die Patienten eines Neurologen sind Verkörperungen dieser Figuren - und sogar noch mehr als das. Man könnte sagen, sie seien Reisende, unterwegs in unvorstellbare Länder - Länder, von deren Existenz wir sonst nicht wüßten. Das ist der Grund, warum ihr Leben und ihre Reisen für mich etwas Märchenhaftes haben."

Kopfleuchten

Buch und Regie:
Kamera:
Ton:
Schnitt:
Mischung:
Kameraassistenz:
Schnittassistenz:
Aufnahmeleiter:
Licht:
Produktion Pilotfilm:
Produktion ZDF:
Redaktion ZDF: Thomas Bergmann, Mischka Popp
Jörg Jeshel
Michael Busch, Dieter Schulz
Peter Przygodda
Hartmut Eichgrün
Guiliano Mannini, Nicolas Villard
Denise Mawila
Petra Misovic
Martin Scheyko, Kai Ziemke
Julia Schubart
Wolfgang Fähndrich
Wolfgang Homering

Eine Produktion von Pilotfilm Frankfurt/ZDF in Zusammenarbeit mit Fragile Suisse und ZDF Enterprise.Deutschland 1998; Farbe; 1:1, 66; 90 Minuten. Im Verleih von Pegasos Film unterstützt durch die Hessische Filmförderung.

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